Die Schönheit Transkatpatiens auf den Tüchern von Aljona Zahorujko

Created by Antonina Stryapko |

In der Pandemiezeit entstand in Deutschland ein Trend „Heimat shoppen“ ― ein Appell an die Kunden, lokale Waren zu kaufen, um lokale Hersteller zu unterstützen. Dadurch sind mehrere kleine, aber interessante Brands bekannt geworden. Als ich diesen Trend bemerkt habe, dachte ich sofort an Aljona Zahorujko aus meiner Heimatstadt Uschhorod. Ihre Tücher sind einzigartig und exklusiv und ihre Erfolgsgeschichte fasziniert und inspiriert, eigene Ideen trotz all den möglichen Beschränkungen zu entwickeln. Mehr dazu im ­Interview.

Ich kenne dich als eine erfolgreiche Unternehmerin und Inhaberin eines Showrooms mit den wunderschönen Mänteln und einer einzigartigen Tücherkollektion. Deine Kreationen sind schon ein richtiges Must-have unter den Uschhoroder Frauen. Erzähl, bitte, wie ist es – eigenes Unternehmen in der Ukraine zu führen, besonders in den Krisenzeiten? Gibt es ein geheimes Rezept für Erfolg?

Die Pandemie hat ihre eigenen Pläne für die Entwicklung der Wirtschaft. So war es auch für mich schwer zu begreifen, wie es weiterlaufen soll, denn ich verkaufte ausschließlich die Mäntel der ukrainischen Brands. Aber während des Lockdowns verbrachte ich viel Zeit mit meinen Kindern und malte viel mit dem jüngeren Sohn. So malte ich die Uschhoroder Philharmonie und den Sakura-Baum daneben, und auch Touristen, die damals in der Stadt so fehlten. Aber ich wusste, dass es bald wieder so sein würde, wie es immer war, und dass die Touristen wieder unsere Stadt bewundern werden. Dann fiel mir die Idee ein, unsere Weinregion mit dem Slogan der Tourismus-Abteilung (vgl. Stadtmarketing) „Das Land, das am nähesten zum Himmel liegt“ zu schildern. … Es gibt nur ein Rezept für den Erfolg: Entweder verlierst du den Glauben, oder du entwickelst dich weiter. Ich habe den zweiten Weg gewählt. Ich habe verstanden, dass gerade diese Krise die Chance für ein neues Geschäft ist.

Deine Tücher vervollständigen die Looks. So weit ich weiß, arbeitest Du auch mit den lokalen Künstlern. Wie verläuft das Prozess? Möchtest Du, die Künstler so zu promoten?

Ich habe die Tücherkollektion mit den transkarpatischen Städten kreiert, weil die Nachfrage für sie recht hoch war, und außerdem ist es ein sehr spannender Produktionsprozess. Mit der Zeit habe ich die Unterstützung der lokalen Künstler gewonnen und wir fingen an, zusammenzuarbeiten. Der nächste Schritt war die Entwicklung der Tücher und Corporate Fashion Elemente für Firmen und Organisationen.  

Im Angebot gibt es schon die Tücher mit den Motiven solcher Städte wie Uschhorod, Mukatschewo oder Khust. Nach welchem Prinzip wählst du die Städte aus und was hast du noch vor?  

Ich bin überzeugt – jede Stadt soll ihr eigenes Tuch haben! Das ist ein Accessoire, das jede Frau in ihrer Garderobe haben sollte. Deswegen achten wir beim Entwurf darauf, wie das Tuch im Alltag getragen sein könnte. Während des Entwurfsprozesses lernen wir die Geschichte der Stadt kennen, denn es ist wichtig die Seele der Stadt, deren Besonderheiten und Atmosphäre widerzuspiegeln … Bevor ich ein Tuch kreiere, mache ich eine Stadtführung. Zum Beispiel, zuerst wollte ich auf dem Khust-Tuch auf keinen Fall die Burgruinen malen. Aber als ich die ganze Geschichte von den Frauen hörte, die ihre Wäsche im Fluss unter der Burg wuschen und mit den Tüchern winkten, wenn sie sahen, wie sich die Feinde annäherten, um die Wache zu warnen, konnte ich natürlich nicht mehr auf die Burg auf dem Motiv verzichten. 

Wie würdest du die moderne ukrainische Frau beschreiben? Welche Rolle in ihrem Leben spielen das Aussehen und die Accessoires?  

Die moderne ukrainische Frau ist für mich frei, elegant und prächtig. Sie kann gleichzeitig sowohl stark als auch schwach sein. Sie weiß, dass sie einzigartig ist und deswegen kann sich alles leisten. Die Accessoires unterstreichen ihre Persönlichkeit und Individualität. Das Tuch ist jetzt ein Spitzenreiter unter den Accessoires, deswegen empfehle ich darauf bei der Gestaltung der Garderobe zu achten.

Die Reisen inspirieren, nicht wahr? Welche sind deine Lieblingsreiseziele?

Jede kleinste Reise in eine andere Stadt, sogenannter Tapetenwechsel, füllt mich immer mit neuer Energie auf. Ich mag unsere Berge und die Meditation in den Bergen ist für mich etwas ganz Besonderes. Wenn ich all die Pracht und Macht der Bergen sehe, spüre ich ihre Stärke. Ich genieße es, zu fliegen, um die neuen Länder zu erforschen. Spanien hat eindeutig mein Herz erobert, aber ich suche immer gerne die neuen Reiseziele aus, um die fantastischen Einheimischen kennenzulernen und tief in meinem Inneren ein ganzes kleines Leben zu erleben!

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