Essen als Teil der Kultur

Created by Ilona Ushenina |

Bereits in der Steinzeit haben Menschen gelernt, das Essen zuzubereiten, damit dieses leichter verdaut werden konnte. Damals hat die Verdauung fast die ganze Energie in Anspruch genommen. Die Anthropologen haben die Abhängigkeit zwischen der Entwicklung des menschlichen Körpers und des Fortschritts der Essenszubereitung festgestellt. Denn dank der Entwicklung der Kochkünste wurde die freigesetzte Energie für die Denkprozesse eingesetzt.

Geografie der Kochkunst

Die einzelnen internationalen Küchen, so wie wir sie heute kennen, haben sich unter dem Einfluss von den regionalen Klimabedingungen entwickelt. Während beispielsweise in Südeuropa Weintrauben und Oliven angebaut wurden, wurde im Norden Europas in den Wäldern gejagt und gesammelt, auch innerhalb eines Landes unterscheidet sich oft die Küche - egal ob in Deutschland oder in der Ukraine.

Die Deutschen essen, wie die Ukrainer auch, gerne Fleisch und gelten als Wurstmeister - 1.500 Sorten sollen hier entstanden sein. Münchener Weißwurst, Nürnberger oder Thüringer Rostbratwurst - viele Wurstsorten Deutschlands basieren sich auf jahrhundertealten Rezepte, manche Bezeichnungen sind sogar durch EU-Kommission als geografische Herkunftsbezeichnung geschützt. Was vor diesem Hintergrund untergeht, ist die Tatsache, dass die Deutschen sehr gerne auch Fisch essen: Wer schon mal in Stralsund die Ostsee-Luft und maritime Stimmung genossen durfte, weiß, dass man dort nicht an Bratkartoffeln mit Hering vorbeigeht. Für einen Ukrainer - durchaus bekanntes Gericht. Aber auch in der Ukraine unterscheidet sich sowohl die Küche, als auch die Rezepte der allgemein bekannten Gerichte.

Sterneküche: Von Werkstattsuche zu Gaumenfreuden

Heutzutage spricht man oft von der Sterneküche, Sterneköchen und Sternerestaurants. Was hat es aber an sich mit den Sternen? International gibt es mehrere Bewertungssysteme für Restaurants. Zu den bekanntesten davon gehören z. B. die Michelin-Sterne.

Jeder Autofahrer kennt die Michelin Reifen, aber die Welt verdankt dem renommierten französischen Unternehmen eine weitere Erfindung. 1923 bewertet Michelin zum ersten Mal die Restaurants und 1926 wird zum ersten Mal ein Stern vergeben. Zehn Jahre später wurde das Bewertungssystem entwickelt, das heute immer noch eingesetzt wird: Eine Rolle spielen die gleichbleibende Qualität, Frische der Zutaten, Kreativität bei der Speisenzubereitung und natürlich geschmackliche Harmonie. Michelin verleiht bis zu drei Sterne, die Folgendes bedeuten:

  • Ein Stern:   Eine Küche voller Finesse – einen Stopp wert!

  • Zwei Sterne:   Eine Spitzenküche – einen Umweg wert!

  • Drei Sterne:    Eine einzigartige Küche – eine Reise wert!

Während die Sterneküche für die Feinschmecker auf jeden Fall ein Erlebnis bietet und dem Lokal sicherlich auch mehr Besucher beschert, für einen Koch ist der Aufwand selten gerechtfertigt: “Der Anspruch, immer erstklassige Produkte zu verarbeiten, neue Rezepte zu kreieren und den Gästen etwas Außergewöhnliches zu bieten, ist immer da”, erzählt Benjamin Rosenkranz, der seit beinahe 20 Jahren bereits als Koch unterwegs ist. “Aber heutzutage spielen so viele Faktoren eine Rolle, dass das Kochen meiner Ansicht nach nicht immer im Vordergrund steht. Denn zu der Sterneküche gehört dazu, dass man u. U. bis zu 60 % des essbaren Abfall produziert, während andere Menschen hungern. Und das ist kritisch zu hinterfragen”.

Aktuelle Ernährungstrends

Vegetarisch oder vegan, gluten- oder laktosefrei - die Essgewohnheiten sind heutzutage verschiedener denn je. Ethische Überzeugungen, gesundheitliche Hintergründe oder religiöse Diät - auch die Gründe sind sehr unterschiedlich.

Speziell in Deutschland wurden laut Nielsen alleine im ersten Quartal 2019 über 1,2 Mrd. € mit vegetarischen und veganen Lebensmitteln erwirtschaftet, was 65 % mehr ist, als im ganzen 2017. Verzicht auf Fleisch ist jedoch keine neumodische Erscheinung und hat eine lange Tradition, speziell in Indien, das heute die Liste der Länder mit dem meisten Anteil an Vegetariern anführt.

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