Fahrradreisen-Tipps

Created by Afina Khadzhynova |

Viele von uns haben diverse Geschichten der Menschen gehört, welche mit ihren Fahrrädern die Welt bereisen, wie z.B. Pasta-Gorillas, oder Biking Borders. Die Filme über solche Reisen motivieren, begeistern und erzeugen Aufbruchsstimmung. Man will am Besten gleich was verrücktes machen, einfach losfahren. Und genau das passierte mir, als ich einen Film über Fahrrad-Weltreise von Pasta-Gorillas angeschaut hatte. Die Angst und Zweifel an sich selbst spielen allerdings einen schlechten Spiel, und es

war alles andere als einfach, mich auf eine mehrtägige Reise einzulassen. Kompromiss war — erst überhaupt anzufangen, täglich viele Kilometer zu fahren und zu trainieren, und zum Schluss einen viertägigen Tour durch den hügeligen Schwarzwald alleine zu machen. Heute will ich euch erzählen, was ich auf meinen Touren gelernt habe.

Route

Es lohnt sich absolut, die Route im Voraus gut zu planen und die wichtigsten Punkte auf dem Weg merken. Anhand diesen kann man sich an den Orten orientieren, an welchen die Navi nicht mitmacht. Im Schwazwald passierte es mir vielerorts, daher habe ich parallel zu der Komoot App (meinem ständigen Wander- und Fahrbegleiter) die Schilder geprüft. Und ja! Kauft euch einen Handyhalter, welcher direkt am Lenkrad angebracht werden kann. Darüber Hinaus verrät euch die Routenplanung über die Schwere, die Steigung, den Bodenbelag. Es ist gut zu wissen, ob die höchste Steigung zum Schluss ab dem Kilometer 70 anfängt, oder doch zum Start, und ob ein schwieriger Abschnitt umgefahren werden kann.

Bekleidung und Equipment

Ob ein- oder mehrtägige Touren — Bekleidung und Equipment sind absolut wichtig! Je mehr Kilometer, desto bequemer soll es sein. Auf den ersten Touren dachte ich, mir würden die einfachen Sportsachen reichen. Bis ich funktionale Fahrradbekleidung ausprobiert habe. Seitdem kann ich nicht anders: Fahrradhose mit guter Polsterung, Fahrradtrikot mit Seiten- oder Rückentaschen, Helm, Handschuhe, Brille (die letzten drei Teile haben mir bereits guten Dienst geleistet, als ich Unfälle hatte), Windbreaker. Grundsätzlich muss alles atmungsaktiv sein, denn es wird ordentlich geschwitzt.

Auf einer mehrtägigen Tour brauchte ich ja mehr als Wasserflasche, daher habe ich leichten und stabilen Fahrradtaschen gekauft: 3 hinten (inkl. 1 direkt unter dem Fahrradsitz) und 1 vorne auf dem Lenkrad mit dem Platz für das Handy. Es musste genug Platz geben für ein paar Wechselklamotten, Regenjacke, Schwimmsachen für eine Erfrischung im See, Akkus und Ladekabel, Flipflops für den abend und anderen Kleinkram. Insgesamt zählt jeder Kilogramm: Es darf nicht zu schwer sein! Der Fahrer soll sein beladenes Fahrrad tragen und natürlich auch Bergauf fahren können, und nicht aufgrund Gewicht zum stehen kommen. Genau das passierte mir einmal im Schwarzwald: Die Steigung war steil und mein Fahrrad sehr schwer, ich konnte weder fahren, noch richtig schieben. In solcher Situation radele oder schiebe ich das Fahrrad in Zigzag um den Grad zu reduzieren.

Unterschätzt nicht die Lichter: Es muss vorne und hinten Beleuchtet werden, denn es kann neblig sein oder grundsätzlich dunkel werden bevor ihr an das Zielort ankommt. Darüber hinaus braucht ihr natürlich Fahrrad-Multitool, eine Pumpe, 1-2 Ersatz- Fahrradschläuche für Reifenpannen und etwas Öl.

Und zum Schluss

Jede meiner Reisen waren wunderschön, brachten mir Seelenruhe und atemberaubende Erlebnisse: Begegnungen mit anderen Radfahrern, pure Natur mit ihren Geräuschen, Entdeckung der Orte auf dem Weg, Herausforderung für den eigenen Körper. Es lohnt sich loszulassen und einfach mit sich selbst unterwegs zu sein. Und mein nächstes Ziel ist die Solo- Fahrrad-Alpenüberquerung mit dem Zelt. Mal sehen, ob auch in diesem Fall ich den Mut für den ersten Kilometer haben werde...

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