Fotografie: Die Magie des Augenblicks

Created by Regina Görlich |

Fotografie. Die Kunst der Momentaufnahme. Ich persönlich liebe sie für die Möglichkeit, in eine andere Welt einzutauchen, der Fantasie den freien Lauf zu lassen während ich die schäbigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen meiner Großeltern betrachte. Sie ermöglicht uns, nicht nur Momente festzuhalten, sondern auch Menschen, die schon lange nicht mehr bei uns sind.

 

Aus dem Griechischen bedeutet "Fotografie" wortwörtlich "mit Licht schreiben", denn Licht selbst ist das bestimmende Werkzeug für die Entstehung einer Aufnahme. Die ganze Technik basiert auf den Gesetzen der Optik. Die allerersten Aufnahmen wurden mit den sogenannten Cameras obscuras gemacht, für die eine spezielle Box montiert wurde, in welche das Licht nur durch ein kleines Loch durchdringen konnte. Ein umgekehrtes Bild von dem Fotoobjekt wurde auf die gegenüberliegende Wand projiziert.

Joseph Niépce gilt als Vater der Fotografie, der zu Recht nicht nur ihr Erfinder, sondern auch der erste Fotograf der Welt ist. Seine Versuche, ein Bild im Flugzeug mit einer fortschrittlichen Kamera aufzunehmen, wurden bereits im Jahr 1820 unternommen. Übrigens hat der Fotograf fast acht Stunden lang für das erste Foto gebraucht, das "Blick aus dem Arbeitszimmer" heißt. Es ist bis heute erhalten geblieben und kann in einem französischen Museum betrachtet werden. Genau das Bild zeichnet den Beginn der fotografischen Kunst. 

Anfangs gab es nur die Schwarzweiß-Aufnahmen. Die Farben folgten ein wenig später, in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Mann, der die Fotografie von einem Handwerk zu einem populären Hobby gemacht hat, war ein Bankangestellter namens George Eastman. Er stellte sich der Aufgabe, diese aufwändige Technologie zu vereinfachen und die Fotografie zu revolutionieren. Es gelang dem Unternehmen The Eastman Dry Plate and Film Company die erste Kodak Kamera dem amerikanischen Markt vorzustellen und somit den Durchbruch zu erzielen. Der Werbeslogan des Unternehmens lautete: „Sie drücken den Knopf, wir machen den Rest” (You press the button, we do the rest). Später wurde der Film erfunden, was dem Namen "Kodak" noch größeren Platz sicherte.  Wegen Digitalisierung brach allerdings der Kerngeschäft des Unternehmens zusammen: Die Produktion der Fotofilme war auf einmal nicht mehr gefragt, und Kodak geriet in den Rückstand.

Wenn man Fotografie als Kunst betrachtet, muss man sich mit ihrer Vielseitigkeit befassen. Von Beginn der Erfindung bis heute pendelt die Fotografie zwischen zwei Welten: der zuverlässigen Berichterstattung und der Suche nach neuen Ausdrucksformen. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde den Fotografen klar, dass die eigentliche Idee nicht nur ein mechanischer Knopfdruck sein konnte. Sie begannen, die Paradigmen der Fotografie zu definieren, neue Richtungen zu entwickeln und Techniken zu bestimmen. 

Die Dokumentarfotografie ist einer der wichtigsten Arten der Fotografie. Denn dank Aufnahmen der vergangen Jahrzehnte gelingt es den zeitgenössischen Historikern nicht nur die wichtigsten Ereignisse unserer Geschichte, sondern auch das eigentliche Leben und die Bräuche der Gesellschaft  zu erforschen. Die sozialdokumentarische Fotografie wurde im frühen 20. Jahrhundert immer beliebter. Fotografen nutzten die Kamera als Werkzeug für soziale Veränderungen, um unvergessliche Momente festzuhalten, Ungleichheit oder Ungerechtigkeit hervorzuheben oder Menschen in militärischen Konflikten abzulichten. 

Der Begriff “Kunstfotografie” erschien etwas später. Die Fotografen haben immer wieder neue Dimensionen ihrer Arbeit entdeckt, und lernten mit Hilfe diverser Retusche-Techniken sowie Bildbearbeitung einen Hauch Ästhetik den Aufnahmen zu verleihen. Dabei legten sie einen großen Wert auf die sorgfältige Konzeption und Vorbereitung des eigentlichen Objekts und der Szene, welche die Stimmung und die Idee hinter der Aufnahme intensivieren kann. Die Künstler entwickelten somit ihr eigenen Stil, wogegen in der Dokumentarfotografie dies gar nicht erwünscht wurde. Nicht aus jeder Aufnahme wird allerdings ein Kunstwerk. Es braucht tatsächlich einen Künstler mit vielen Fähigkeiten, wie z.B. die Fähigkeit sorgfältig die Themen zu selektieren, eigenartige Vision zu entwickeln oder Aufmerksamkeit auf das wichtigste zu lenken. Diese Fähigkeiten werden durch ständiges Ausprobieren und Üben trainiert. Ein Fotograf muss darüber hinaus den Charakter der porträtierten Menschen gut einschätzen, den genauen Augenblick der Selbstoffenbarung durch Haltung, Mimik, Gesichtsausdruck und Perspektive fangen können. Schließlich muss Fotograf das Gefühl für Technik und Ästhetik gut vereinen, und Genauigkeit und Schärfe lieben. 

Die Welt der Fotografie hat sich verändert, die Menschen genauso, aber der Wunsch, glückliche Lebensereignisse festzuhalten, ist geblieben. Deswegen: Bitte lächeln! 

 

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