Projekt Avatar: Mission erfüllt

Created by Katarzyna Zelman |

In nur 90 Minuten zwischen parallelen Welten reisen, Dutzende von Rätseln lösen, geheime Türen öffnen, verborgene Safes mit Quizzen finden, aus Fallen herauskommen und Menschheit retten. Für die Erfüllung solcher Mission muss man nicht mal das eigene Haus verlassen. Alles erfolgt jedoch in der Echtzeit und sogar im realen Raum. Alles ist absolut real: die gefundenen und zerstörten Objekte sowie der Charakter selbst. Er ist wie ein schweigender Reisende zwischen den Welten, dessen Berufung ist, unsere eigene zu schützen.

Dies ist das Projekt Avatar, ein einzigartiges interaktives Spiel, das von der Lemberger Firma „Legendary Quest“ entwickelt wurde. Es gab noch nichts dergleiches auf dem Unterhaltungsmarkt: eine Art Kombination von Live-Stream, Quest-Raum und Computerspiel.

Es wird an einem realen Ort mit einer Fläche von über 300 m2 gespielt. Das Spielerteam  steuert die Aktionen einer echten Person  - eines Avatars - online. Avatar ist nicht nur ein Host mit einer Kamera, sondern ein Schauspieler, der Augen, Hände und Beine des eigentlichen Videogame-Spielers darstellt, und das Spielerteam  selbst ist sein Unterbewusstsein.

Der Avatar ist ein einzigartiger Spielcharakter. Nur seine Hände und der Raum vor ihm sind auf dem Bildschirm sichtbar. Er mischt sich nicht in den Prozess des Spiels ein, er kann nur mit der Geste auf die ablaufende Zeit aufmerksam machen oder "fragen", in welche Richtung er sich bewegen soll. Das Team kommuniziert im Zoom, löst gemeinsam logische und mathematische Rätsel, entscheidet über die nächsten Schritte und gibt dem Avatar Anweisungen. Avatar geht durch reale Räume mit geheimen Ein- und Ausgängen, findet versteckte Bonis, Tresore, Artefakte, Rätsel, und die Codes, welche Schlösser öffnen und interaktive Elemente aktivieren. 

Das Spiel folgt einem einfachen, aber völlig offenen Szenario. Es gibt keine falschen Schritte, stattdessen kann das Spielerteam aus vielen gegebenen Optionen die Entscheidungen nach eigener Taktik treffen und somit eigenes Szenario entwickeln. Einige konzentrieren sich auf das Sammeln von Artefakten, andere auf die Suche nach Spezialeffekten, nach Rätseln oder Türen, die mit einem Fragezeichen versehen sind - man weiß nie, was dahinter steckt. In einem Spiel-Level gibt es sogar einen echten "Toten", der auf Wunsch mit einer Sauerstoffmaske "wiederbelebt" werden kann. Avatar kann übrigens auch "zerstört" werden. Das Ganze sieht sehr schön und szenisch aus - ein weiterer Charakter erscheint auf dem Bildschirm und tötet den Avatar mit allen möglichen Spezialeffekten. 

Die globale Gamer-Szene war auf der Stelle von dem Projekt Avatar angetan. Laut dem Projekt “Top Escape Rooms” ist Avatar ein der zehn besten Online-Quest-Spiele weltweit. Für das Entwicklerteam war das eine echte Überraschung und natürlich die beste Bewertung der ganzen Arbeit. Denn solche Auszeichnung kann keiner kaufen. Nur erfahrene Spieler, welche über 50 unterschiedliche Quest-Spiele praktisch erlebt haben, und an der Entstehung welcher nicht beteiligt waren, können eine Nominierung aufgeben. 

Bereits vor Herbst wird uns die Lemberger Firma ein neues Spiel unter dem neuen Brand “HypnoDive” vorstellen. Es soll ein ganzes Spieluniversum mit einzigartigen Charakteren und ihren Geschichten sein. Darüber hinaus folgen bis Ende des Jahres noch weitere zwei Spiele, darunter sogar eine interaktive historische Tour im Spielformat, gewidmet dem 100-jährigen Jubiläum von Stanislav Lem.

Entwickler von Avatar sind in der Quest-Branche seit 2014. In dieser Zeit haben sie mehr als 10 eigene Einrichtungen in der Ukraine eröffnet und weltweit mehr als fünfzig Räume auf Bestellung geschaffen. Der Beginn der Quarantäne zwang sie, wie andere „Escaper“ (aus dem Englischen „Escape“ - Flucht), Offline-Quest-Rooms zu schließen. Man musste sich entweder neu orientieren oder das Format ändern. So kam den Entwicklern eine alte Idee in den Sinn - in einem Quest durch Fernbedienung einer echten Person zu spielen. Die Idee wurde leicht aktualisiert, mit neuen Technologien und guter Software untermauert, mit Spezialeffekten und Videoinhalten ausgestattet. Letztendlich entstand daraus eine besondere Symbiose aus Arthouse, Kino und Videospiel. 

Für die Projektumsetzung musste man eigene mini Filmproduktion erschaffen. Die Entwickler waren gleichzeitig die Schauspieler, Drehbuchautoren, Videografen, Techniker usw. Das Kinoformat ist unglaublich! Es befreit von den üblichen Konventionen und Rahmenbedingungen und ermöglicht die Integration der Spezialeffekte und Videoszenen in das Spiel. Die einzige Einschränkung ist die Vorstellungskraft. Die Spieler können voll und ganz in das Spiel eintauchen, und als Teil davon an dem Drehbuch mitschreiben. Alles, was sie brauchen, sind Computer, Internet und natürlich Lust auf die Quest-Welt. Es ist absolut egal, ob das Spielerteam aus den Kollegen, Verwandten oder Freunden besteht: In jedem Fall macht jeder eine erstaunliche Erfahrung und erhält garantiert Adrenalinstoß. 

 

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