Das Syndrom des aufgeschobenen Lebens
Während der Krieg in der Ukraine weitergeht, haben viele Ukrainer ihr Leben „pausiert“. Sie warten auf den Sieg und damit auf den Triumph des Guten und die Gewissheit für die Zukunft. Sie hoffen, dass sie glücklich, energievoll und erfolgreich sein werden, dass sie ihr Leben dann in vollen Zügen genießen können.
Aber das ist ein Mythos.
Solange man nur in der Zukunft lebt und sich vorstellt, wie man sich nach dem Sieg fühlen und wie man auch leben wird, tut man wenig für das Hier und Jetzt, insbesondere im Kontext der psychischen Gesundheit. In diesem Artikel erzähle ich ausführlicher über das Syndrom des aufgeschobenen Lebens, über seine deutliche Ausprägung während des Krieges und darüber, was man bereits heute für sich selbst tun kann.
Vereinfacht ausgedrückt bezieht sich das Syndrom des aufgeschobenen Lebens auf ein Leben, in dem wir unser Glück in der Zukunft anstreben und das Hier und Jetzt als eine Zeit wahrnehmen, die bis dahin erlebt werden muss, um das Warten zu überbrücken. Im Hier und Jetzt scheint es keinen Grund (oder auch keine innere Erlaubnis) für Glück, positive Erlebnisse und Emotionen zu geben. Oft hängt eine solche Haltung mit einem großen Ziel, einem grandiosen Traum oder einem klassischen Szenario vom „Erfolg“ zusammen. Der Erfolg liegt dabei meistens noch in weiter Ferne und wurde noch nicht erreicht. Es heißt nicht, dass wir in den Modus „es eines Tages wird alles besser sein” verfallen. Glücklich dürfen wir uns allerdings erst dann fühlen, wenn bestimmte Ziele erreicht wurden. Es ist unmöglich glücklich zu sein, weil man noch nicht genug gebildet, reich oder schön ist, noch kein großes Geschäft aufgebaut oder eine perfekte Familie gegründet hat. Das Glück kommt daher einfach nicht in Frage. Im Zusammenhang mit dem Krieg hört man oft solche Sätze wie „es ist gerade unpassend“ oder „wie kann man dies und jenes machen, wenn der Krieg tobt“ usw.
In der Gegenwart scheinen Emotionen Tabu zu sein — entweder ist es unangemessen, sie jetzt zu fühlen, oder es gibt keine ausreichenden Gründe dafür und wir haben sie nicht „verdient“. Die Verbindung zu sich selbst und zum eigenen Körper ist so schwach, dass die einzige Möglichkeit, sich lebendig zu fühlen, ist zu träumen. Beispielsweise, sich in seinen Träumen nicht nur als Chef der Firma zu sehen, sondern als Besitzer des erfolgreichsten Konzerns des Landes. Es sollte nicht nur eine glückliche Familie sein, sondern ein perfekter Ehemann bzw. perfekte Ehefrau, ein schlaues Kind, das coolste Auto und ein tadelloses Haus mit einem Hund und dem schönsten Rasen in der ganzen Nachbarschaft.
Es geht nicht darum, dass man sich diese Dinge nicht wünschen kann, sondern darum, ob das wirklich die Dinge sind, die einen letztendlich glücklich machen. Denn das, was man jetzt hat, wird umso mehr abgewertet, je unerreichbarer und grandioser sich solche Träume anfühlen und je mehr Zeit man mit diesen Tagträumen verbringt. In der Realität taucht man in der Regel in eine Routine ein oder versinkt in den traurigen Gedanken, als wolle man die Zeit überbrücken und eigenes Leben vorspulen, bevor die erträumte Zukunft zur Wirklichkeit wird. Es kann jedoch sein, dass die gesteckten Ziele unrealistisch und somit unmöglich zu erreichen sind, so dass das Leben danach in der Gegenwart Wurzeln schlägt und die Person dann für Monate, Jahre oder sogar Jahrzehnte emotional gefangen hält.
Glücklicherweise ist das Syndrom des aufgeschobenen Lebens keine Krankheit oder psychische Störung — es ist lediglich ein Denkmuster, an das man sich gewöhnt hat. Es ist eine eine Art, wie man die Realität und sich selbst darin wahrnimmt. Der Krieg und die damit verbundene Mangel an Sicherheit sowie fehlende Stabilität fördern ein solches Denkmuster. Speziell die Ukrainer versinken gerade in Träumen von einer glücklichen Zukunft so sehr, dass die Abkopplung von der Realität und das Verbieten sogar der einfachsten Handlungen und positiven Emotionen zu einem Problem werden — für die Arbeit, die Beziehungen oder die Alltagsbewältigung.
Was ist also zu tun und wie kann man solche Herausforderungen meistern?
- Man muss verstehen, dass das Syndrom des aufgeschobenen Lebens keine Strafe oder schwere Krankheit ist. Man kann seine Einstellung ändern.
- Als nächstes sollte man sich mit der Frage befassen, wovor dieses Syndrom eigentlich schützen soll. Welchen Gefühlen geht man aus dem Weg? Welche Erfahrungen will man vermeiden?
- Ein wirksames Instrument ist die sogenannte Kunst der „kleinen Schritte“. Der Sieg der Ukraine im Krieg gegen Russland ist ein großes übergeordnetes Ziel, das durch viele kleine Schritte erreicht wird. Wenn man schon das Leben aufschiebt, weil auf den Sieg gewartet wird, dann kann zumindest jeder Schritt im Hier und Jetzt mindestens mit einem Lächeln belohnt werden.
- Es ist immer sinnvoll, sich um den eigenen Körper und die eigene Psyche zu kümmern und im inneren Gleichgewicht zu bleiben. Die Selbstachtung ist eine Investition in die Zukunft, in der die Träume wahr werden und in der man womöglich noch mehr Energie brauchen wird, als beim Warten. Gleichzeitig wird man durch Achtsamkeit geerdet und kehrt zu Hier und Jetzt zurück. Es ist auch wertvoll, einen Sinn in dem zu finden, was im eigenen Umfeld geschieht, auch wenn es schwer zu akzeptieren ist.
- In diesem Zusammenhang bin ich sehr beeindruckt von der existentiellen Psychologie (meine große Liebe in der Psychotherapie, zusammen mit der analytischen Richtung, in der ich arbeite). Im Prozess der Therapie geht es darum, Sinn und Werte zu schaffen, die zur Resilienz in schwierigen Lebensumständen und zum persönlichen Wachstum beitragen. Das führt zu guten und vor allem langfristigen Ergebnissen.
Wir werden immer Zeit haben, unser Leben auf Eis zu legen. Aber gerade jetzt, in diesen unsicheren und sehr schweren Zeit, es zu leben und in vollen Zügen zu genießen, ist eine wahre Kunst und ein Zeichen der Geistesstärke. Und das Leben im Hier und Jetzt anzufangen, ist bereits ein Sieg – ein persönlicher, aber ein bedeutender.
Периферійність і віддаленість Закарпаття, відсутність інвестицій у промисловість, занедбаність транспортної інфраструктури перетворили регіон у щось на кшталт музею під відкритим небом. Умовна цивілізація прийшла сюди пізно, а в деякі високогірні села й досі не прийшла повністю, тому люди говорять тут архаїчним діалектом, у церквах донині співають мертвою церковнослов’янською мовою, поля й виноградники обробляють примітивними засобами праці. І парадоксально, але ця відсталість у ХХІ столітті зненацька перетворилася на модну перевагу – адже тут немає промисловості, тому це екологічно чистий регіон, люди тут працюють руками й дерев’яним інструментом, тож усе навколо біо і крафт! Ідеально для мандрівників з сучасного інстаграму.
Периферійність і віддаленість регіону зненацька стали неабиякою перевагою і під час війни з росією. Те, що раніше було мінусом – мовляв, Богом забутий край! На кінці світу! Задуп’я! – раптом стало великим щастям. Адже якщо він забутий Богом, то, може, і чортом забутий, тобто сюди не долітатимуть бомби й ракети? Так, далеко від Києва, але ж це найвіддаленіша від росії українська земля!
Тому з перших годин війни сотні тисяч вимушених переселенців ринулися на Закарпаття з різних куточків України. Для когось цей край став лише проміжним пунктом для подальшої подорожі, адже поруч чотири кордони з країнами ЄС. А хтось осів тут надовше, знайшовши гостинний і зручний прихисток у скрутні часи.
Зокрема саме на Закарпатті залишилося дуже багато сімей зі сходу та півдня країни. Оскільки під час війни чоловікам заборонено виїжджати закордон, то саме на Закарпатті залишилися ті люди, які втекли від війни, але не хотіли розривати сім’ї й прощатися з рідними. Логіка зрозуміла: кордон тут за 15 хвилин, тож у разі великої небезпеки жінка з дітьми зможе швидко втекти в ЄС, а якщо такої небезпеки не буде, то сім’я може пожити тут у повному складі.
Через це під час війни Ужгород пережив щось на кшталт переродження – поки Київ, Харків і Одеса порожніли, Ужгород виріс принаймні вдвічі. У місті ще ніколи не було так людно, наші вулиці ще ніколи не бачили такої кількості авто і відповідно ми ще ніколи не нарікали на такі виснажливі корки. Населення міста збільшилося мінімум на 100 тисяч, а всього регіону – на чотириста; загалом через Закарпаття пройшли майже 3 мільйони внутрішніх переселенців, тобто втричі більше, ніж місцевого населення.
Крім великих труднощів, пов’язаних із комфортним розселенням та забезпеченням цих людей, це дало й величезні плюси. Зокрема, чимало фірм та бізнесів, які виїхали з зони бойових дій чи прифронтових міст, перереєструвалися й відновили свою діяльність в Ужгороді – відповідно, вони сплачують податки до місцевого бюджету. Та й усі переселенці також отримують фінансові виплати від держави, витрачають їх на місці, даючи можливість розвиватися ужгородському бізнесу. З економічно сонного чи навіть депресивного регіону Закарпаття під час війни перетворилося на край, що показує найбільші показники економічного зростання. А після війни частина з цих людей і бізнесів вирішить залишитися тут, перетворюючи тимчасові зміни на глибокий слід.
Під час страшної війни Закарпаття стало якщо не райським куточком, то принаймні найглибшим тилом країни. Тобто місцем, де потребуючі можуть знайти прихисток, армія – забезпечити свої потреби, економіка – відродитися й почати заробляти. Цілий регіон перетворився на ворота, через які можуть виїхати в безпечні країни біженці, а Ужгород став міжнародним хабом з отримання гуманітарної допомоги й перерозподілу її в інші регіони країни.
Так, колись затишний і провінційний Ужгород нині перетворився на Вавилон. На цю тему вже навіть чорний гумор з’явився. Мовляв, найбільше про перемогу й закінчення війни мріють саме ужгородці. Бо вони дуже хочуть, щоб місто знову стало, тихим, провінційним і сонним. Таким, яким ми його любимо.
Якщо трапилося диво і ви таки дочитали цей текст до кінця, то не полінуйтеся й таки пошукайте Ужгород на мапі. Погодьтеся зі мною, що знайти його важко, а зручно сюди доїхати – і поготів.
Але відчуйте також і одну суттєву перевагу – тут мало хто був. У Нью-Йорку й Венеції бували мільйони людей, це вже нікому не цікаво. Тож виділіться з сірої маси, здивуйте усіх навколо – приїдьте в Ужгород!
Цілком можливо, що на одній з тихих вуличок цього сонного міста ми з вами випадково зустрінемось.
Андрій Любка
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